Geschiedene Väter können eventuell über den Versorgungsausgleich die Hälfte von der Mütterrente bekommen


Seit 1. Juli 2014 ist die so genannte Mütterrente in Kraft. Damit ist eine bessere Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder gemeint, die vor 1992 geboren wurden. Für diese wird nunmehr nicht mehr nur ein Jahr, sondern insgesamt zwei Jahre angerechnet. Dies wirkt sich auch auf den Versorgungsausgleich (Erläuterung siehe unter „Familienrecht“) aus.
 

Der Versorgungsausgleich ist der gegenseitige Ausgleich der während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften. Erhöht sich die Rente eines geschiedenen Ehepartners durch die Einführung der Mütterrente, kann es sein, dass sich damit auch der Ausgleichsanspruch des anderen Ehepartners erhöht. Ein Antrag auf Neuberechnung des Versorgungsausgleichs kann von jedem Beteiligten beim Familiengericht gestellt werden, auch wenn die Scheidung schon lange zurückliegt. Voraussetzung neben mindestens einem vor 1992 geborenen Kind ist, dass mindestens einer von beiden Geschiedenen bereits eine Rente bezieht oder innerhalb der nächsten sechs Monate in Rente gehen wird. Weiterhin muss die Ehe spätestens 1993 geschlossen worden seien, damit die neu hinzutretenden Kindererziehungszeiten in die Ehezeit fallen. Schließlich muss die Wertänderung noch wesentlich sein. D.h., würden sich hier nur marginale Änderungen ergeben, wird der Versorgungsausgleich nicht abgeändert.